Der VJ-Coach

Das beste Schnittprogramm

Einem fertigen Film sieht man nicht an, mit welcher Software er geschnitten wurde. Ob 1000.- € Schnittprogramm oder die 1,99 € Smartphone-App: Bei harten Schnitten ist kein Unterschied zu sehen. 

Das Angebot an Schnittprogrammen für den Hobby-Cutter ist riesig. Zu den führenden Schnittprogramme zählen unter anderem Premiere Elements (Adobe | Windows / Mac), Video deluxe (Magix | Windows) und iMovie (Apple | Mac). Premiere Pro (Adobe | Windows / Mac), Final Cut Pro X (Apple | Mac) und Media Composer (Avid | Windows / Mac) sind die drei großen Profi-Schnittprogramme, die den Markt beherrschen. Vegas Pro (Sony | Windows) oder EDIUS (Grass Valley | Windows), stehen etwas im Abseits.

Profi- oder Billigsoftware?

Welche Software die beste ist, ist in erster Linie eine Geschmacks- bzw. Glaubensfrage, denn beim einfachen Schnitt sind kaum Unterschied zwischen Profi- und Consumersoftware zu finden, sondern vielmehr im Umfang der Möglichkeiten, die die Software bietet. Die kleinen Programme sind zum Beispiel im Audiobereich unterlegen, Bild- und Übergangseffekte sind vereinfacht bzw. erfüllen keine professionellen Ansprüche, komplexe Workflows gestalten sich umständlich oder sind nur durch Workarounds realisierbar, und nicht alle Dateiformate werden unterstützt. Grundsätzlich spricht aber nichts gegen Consumer-Schnittsoftware: Wer auf verspielte Effekte verzichtet und für den ein oder anderen Arbeitsschritt einen kleinen Umweg in Kauf nimmt, kann auch damit am Ende einen professionell anmutenden Film montieren. Das gleiche gilt für Freeware- Schnittprogramme.

Stabil und umfangreich

Der deutlich spürbare Vorteil von Profi-Software ist, dass vieles leichter und direkter realisierbar ist, es viel mehr Möglichkeiten gibt und die Software bei rechenintensiven Aufgaben (Echzeiteffekte usw.) stabiler läuft. Auch die Verarbeitung von und der Umgang mit verschiedenen Videocodecs gehören zu den Vorteilen der großen Programme. Daher lohnt sich für alles, was über Urlaubsfilme und einfache Hobbyprojekte hinausgeht, die Investition in eine große Schnittsoftware – ein entsprechend leistungsstarker Computer vorausgesetzt.

Auf diesen Schnittprogrammen coache und trainiere ich Seminarteilnehmer, das sind meine Erfahrungen:

PROFI SOFTWARE


PremiereProPremiere Pro CC [Produktlink]
ab 24 €/Monat als Einzelprogramm (Windows | Mac)
Professionelle Schnittsoftware von Adobe. Kann alles, was man braucht und versteht sich mit den anderen CC Produkten (vorallem After Effects) optimal. Leider nur noch über die Cloud zu haben und nicht günstig.


FinalCutXFinal Cut Pro X [Produktlink | App Store Link*]
299,99 € (nur Mac)
Professionelle Schnittsoftware von Apple. Hat vor nicht all zu langer Zeit eine Rundumerneuerung bekommen und damit viele Cutter verärgert. Für mich die zur Zeit beste Software und schlauste Schnittsoftware. Mit dem besten Multicam-Editor, den ich bisher entdeckt habe. Unglaublich günstig und unfassbares Preis/Leistungsverhältnis. (Sorry AVID-Hardliner, meine Meinung)

MediaComposerMedia Composer
[Produktlink]
1300 € oder ab 45 €/Monat (Windows | Mac)
Schnittsysteme/software von AVID war und ist immer noch hoch im Kurs bei Profi-Cuttern. Viele Rundfunkanstalten und Sender arbeiten seit Jahrzehnten darauf. Mein letztes Seminar mit AVID ist schon länger her, damals war es alle andere als intuitiv bedienbar. Seitdem hat sich viel getan.

VideoProXVideo Pro X
[Produktlink | Amazon Link*]
ab 330 € (nur Windows)
Das Professionellste aus dem Hause Magix. Hätte nicht gedacht, dass es soviel kann. Der Multicam-Editor ist etwas beschränkt, aber ansonsten eine durchaus denkbare Alternative für akzeptables Geld, wenn ein PC als Schnittrechner vorhanden ist.

CONSUMER SOFTWARE

PremiereElements13Premiere Elements
[Produktlink | Amazon Link*]
ab 70 € (Windows | Mac)
Reicht für den ambitionierten Hobbyfilmer. Die Effektpalette ist etwas umständlich zu bedienen und zielt auf Einsteiger ab. Preis/Leistung ist sehr gut.


VideoDeluxPlus2015Magix Video Deluxe Plus

[Produktlink | Amazon Link*]
ab 80 € (nur Windows)
Für Hobbyfilmer und Urlaubvideos vollkommen ausreichend. Für mich etwas zu auf (vermeintlich) benutzerfreundlich gemacht.

 

iMovie (nur Mac) und Movie Maker (nur Windows) kommen umsonst mit dem Betriebssystem. Für den einfachen Filmschnitt von Videos aus dem kleinen, digitalen Fotoapparat okay, für alles weitere rentiert es sich auf jeden Fall kleines Geld in die Hand zu nehmen. Wobei iMovie durchaus mit den genannten Consumer Programmen mithalten kann, einem auch etwas zu viel Denken und „Arbeit“ ungefragt abnimmt.

Welches Schnittprogramm ist denn nun das Beste?

Kann man so nicht sagen. Wer auf einem Mac schneiden, kommt mit iMovie schon sehr weit. Da würde ich eher gleich auf Final Cut X umsteigen, wenn es mehr Funktionen sein sollen. Für Windows-Schneider: Premiere Elements und Magix Video Deluxe geben sich nicht viel. Premiere ist vielleicht aufgrund von Adobe besser entwickelt als Magix, arbeiten geht mit beiden gut. Video Pro X von Magix ist ideal für diejenigen, die mehr wollen, aber nicht gleich soviel ausgeben wollen, wie für Premiere Pro oder gar den Media Composer. Allerdings ist der Schritt von den günstigeren Comsumer-Programmen zu Video Pro X meiner Ansicht die 300 € Aufpreis nicht ganz wert. Aber eben immer noch günstiger als Premiere Pro. Bei den Apples ist das Preis/Leistungsverhältnis bei Final Cut X einfach unschlagbar. Wer in der Adobe Familie zuhause ist, für den ist Premiere Pro wahrscheinlich trotzdem die erste Wahl. Avids Media Composer sehe und kenne ich nur aus richtig professionellem Arbeitsumfeld, mit entsprechender Erfahrung und Treue.

Schnitt-Apps

(kann nur für Apple iOS sprechen)
Hochgelobt ist FiLMiC Pro (iPhone | iPad)*, ich drehe viel mit ProCamera (iPhone | iPad)*. Der Schnitt geht einfach und übersichtlich mit iMove (iPhone | iPad)*. Für Farbkorrektur/Grading nutze ich CinemaVFX (iPhone)*.

 

Drei Tipps vom VJ-Coach

  • Videoschnitt ist rechenintensiv! Achten Sie beim Kauf unbedingt auf die Systemanforderungen.
    Für mehr Schnittpower spendieren Sie Ihrem Computer mehr Arbeitsspeicher.
  • Mit professionellen Schnittprogrammen sparen Sie sich Workarounds und Zeit.
  • Testen Sie die Software durch Demo/Trailversionen. Wichtig ist, dass die Software (im Zusammenspiel die Rechenleistung) die Daten aus Ihrer Kamera ohne Probleme verarbeiten kann.

 

(Videotutorial aus „Das VideoTrainingsBuch – Der Multimedia-Ratgeber in Sachen Videos drehen und schneiden„) 


*hierbei handelt es sich um einen Affiliate Link: Wird über diesen Link das Produkt oder die App z.B. bei Amazon oder im Apple AppStore gekauft, erhält der VJ-Coach einen geringen Prozentsatz des für den Käufer unveränderten Kaufpreis.

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15 comments for “Das beste Schnittprogramm

  1. Werner Niedermeier
    31. März 2015 at 6:03

    Hallo,

    ich finde, Corel Video Studio Pro (derzeitige Version X8) fristet in Deutschland ein Schattendasein. Auch hier wird es nicht erwähnt. Dabei ist der Preis ziemlich unschlagbar, Funktionalität und Möglichkeiten halte ich für sehr gut. Bin aber kein Profi, daher würde mich Ihre Meinung zu diesem Programm interessieren.

    Gruß,

    Werner Niedermeier

    • admin
      31. März 2015 at 10:11

      Ich habe noch nicht damit gearbeitet. Verspricht zumindest eine sehr gutes Preis/Leistung-Verhältnis. Ja, das mit dem Schattendasein… Letztendlich sieht man einem Film nicht an, mit welcher Software er geschnitten wurde. Hauptsache es läuft stabil auf dem eigenem Rechner.

  2. 31. März 2015 at 10:46

    Hallo Zusammen
    Ich arbeite mit Vegas Pro 13.0 und würde gerne die Einschätzung hören bezüglich Professionalität dieses Programmes?
    Das mit dem In und Out Punkt setzen im Trimmer und die Clips dann erst in die Timeline zu ziehen hat bei mir noch nie so richtig geklappt.
    Gruss

    • 2. April 2015 at 15:26

      Eine fundierte Meinung dazu kann ich nicht mit bestem Gewissen geben, da mir die nötigen Erfahrungswerte für Vegas fehlen.

  3. 31. März 2015 at 11:02

    Ich verwende ja Pinnacle Studio 16 Ultimate und habe festgestellt, dass es ein Programm ist, das sehr wenige verwenden. ich finde es aber gerade für einen Anfänger super geeignet (ist aber mein erstes Schnittprogramm).

    Grüße,
    Arnulf

  4. Jochen
    31. März 2015 at 18:17

    Hallo,

    Lightworks ist auch zu empfehlen (www.lwks.com). Es läuft neben Windows und OSX auch unter Linux. Es gibt eine „free“ Version, die auf 720p beschränkt ist im Export, und eine „pro“ Version, die monatlich gekauft werden kann, was gut für Gelegenheitscutter ist.

    Grüße, Jochen

  5. Bernd Windelschmidt
    2. April 2015 at 11:52

    Guten Tag,
    Sie zählen drei führende Schnittprogramme auf. In unserem Videocomputerclub http://www.1wcc.de arbeiten wir nur mit Edius. Welche Gründe haben Sie, dieses Schnittprogramm nicht zu erwähnen?
    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd Windelschmidt

    • 2. April 2015 at 15:23

      Es wurde erwähnt … Die besprochenen Schnittprogramme sind die meiner Erfahrung nach am weit verbreiteten. Sicherlich gibt es noch jede Menge alternative Software, teilweise auch Freeware.

  6. Adam
    3. Juni 2015 at 13:32

    Hallo,
    was halten Sie von Motion? Sehen Sie es als vollwertige Aufwertung von iMovie oder soll man lieber gleich auf Final Cut umsteigen?
    Vielen Dank für Ihre Antwort! Adam 🙂

    • 22. Juni 2015 at 10:46

      Apples Motion ist kein Schnittprogramm, sondern ein Tool zum Generieren und Editieren von Effekten und Übergängen, die sich nahtlos in Final Cut einbinden lassen. Von daher gleich auf Final Cut umsteigen!

  7. Thomas König
    21. Juni 2015 at 23:14

    Mann sollte, wenn man von der Software spricht, immer unterscheiden, ob man damit private Videofilme, Web-Videos, oder Filme für TV und oder Kino machen will. Die ganzen Billigprogramme unterscheiden sich vor allem bei den Codecs. Da ich einen externen Rekorder nutze, der DNxHD nutzt, benötige ich eine Software die damit umgehen kann. Mein Tipp: die Software muss zum Workflow passen, um professionelle Ergebnisse zu bekommen. Mit einer 200€ Kamera kannst du die teuerste Software kaufen und bekommst keine Blockbuster Qualität hin, das Können natürlich immer vorausgesetzt.

  8. 21. Mai 2016 at 22:25

    Deshalb ist es sehr wichtig deine Erfahrung und Fahigkeiten in eine der folgenden Kategorien einzuordnen. Nur so wirst du das beste Videobearbeitungsprogramm fur dich finden.

  9. 9. Juni 2016 at 19:33

    Klar, man kann sagen, dass das Programm mit den meisten Funktionen das beste ist. Man muss aber bedenken, dass das Programm nicht von alleine arbeitet. Du musst damit umgehen konnen .

  10. 23. Dezember 2016 at 22:57

    Hallo
    in den letzten Jahren ahbe ich alle Musikvideos mit Final Cut Pro erstellt.
    Hilfreich war dabei die automatische Clip Synchronisation zu einer fertigen Studioaufnahme.
    Premiere kann das auch, ist mir aber für den PC zu teuer, kann Magix das?
    Z.B. 3 Clips syncen zum Studioton?

    • 24. Dezember 2016 at 15:13

      Magix Pro X kann Clips automatisch syncen. Allerdings nicht ganz so umfangreich wie in Premiere Pro.

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