Der VJ-Coach

Untertitel für YouTube und Facebook erstellen am Beispiel von Premiere Pro CC

Untertitel sind eine nervige Angelegenheit. Da freut man sich, dass der Film fertig geschnitten, gemischt und gegradet ist – und dann dieses elendige Reinhacken von Untertiteln. Doch sind Untertitel ein notwendiges Übel mit gutem Zweck: Zum einen als Alternative zur Overvoice, zum anderen für Videos, die ohne Ton in sozialen Netzwerken funktionieren müssen/sollen. Außerdem fördern Untertitel die Barrierefreiheit von Videos.

Offene vs. geschlossene UT

Bei Untertiteln muss man generell zwei „Arten“ unterscheiden: fest eingebrannte, sogenannte offene und zuschaltbare bzw. geschlossene. Offene Untertitel lassen sich in jedem Schnittprogramm einfach durch Textclips basteln. Der Vorteil: Schriftgröße, Schriftart, Farbe, Platzierung usw. lassen sich nach Belieben einstellen. Der Nachteil: Die Untertitel lassen sich zum Beispiel bei YouTube nicht an/ausschalten. Anders verhält es sich bei geschlossenen Untertiteln, die in einer separaten Textdatei abgespeichert werden. YouTube, Facebook, aber auch Videoplayer-Software wie der VLC-Player lesen diese Datei aus und zeigen die Untertitel an den richtigen Stellen. Damit das funktioniert, bekommen die Texte  Timecode-Angaben. Es sind auch mehrere „Streams“ an Untertiteln möglich, zum Beispiel um Untertitel in verschiedenen Sprachen anzubieten.

Geschlossenen Untertiteln gibt es in mehrerne Formaten. YouTube unterstützt diese, also auch das SubRip-Format, das ebenso  Facebook mag. SubRip-Untertitel haben die Dateiendung *.srt . Dahinter verbirgt sich eine einfache Textdatei, die auch in jedem Texteditor erstellt werden kann (es muss dann nur das *.txt in *.srt geändert werden). Aufgebaut ist das SubRip-Format so:

1.Zeile: Nummer des Untertitels

2.Zeile: Anfangszeit und Endzeit der Einblendung

3.Ziele: Untertiteltest

4.Zeile: leer

Zum Beispiel

4
00:00:10,480 --> 00:00:11,640
Je offener die Blende,

5
00:00:11,640 --> 00:00:12,640
desto mehr Licht kommt 

6
00:00:12,640 --> 00:00:13,960
auf den Bildsensor.

Untertitel im SubRip-Format

Nun ist es allerdings sehr mühsam, eine SubRip-Datei händisch im Texteditor zu erstellen. Bei YouTube-Videos lassen sich direkt im Videomanager Untertitel eintippen. Der Vorteil gegenüber dem Texteditor ist, dass die Formatierung YouTube übernimmt und man sich das Video dabei anschauen und stoppen kann. Auch die Timecode-Positionen lassen ich einfach verschieben. Wenn alle Untertitel passen, lässt sich sogar die SRT-Datei runterladen (um diese dann zum Beispiel für den Facebook zu verwenden).Mit Programmen wie zum Beispiel der Freeware-Software Aegisub für Windows/Mac/Linux lassen sich SRT-Dateien bequem offline erstellen und abspeichern. Diese können dann bei YouTube oder Facebook hochgeladen werden. Wichtig für Facebook: die SRT-Datei muss die Namenkonvention einhalten (zum Beispiel MeineUntertitel.de_DE.srt).

Untertitel bauen in Premiere Pro CC

Abonnenten von Adobe Premiere Pro können direkt im Schnittprogramm geschlossene Untertitel im SubRip-Format schreiben und die SRT-Datei exportieren. Wie das geht und wie in Premiere aus geschlossenen Untertitel offene werden, seht ihr im Tutorial.

Workflow in Final Cut Pro X

Final Cut X hat dieses Feature aktuelle noch nicht. Über PlugIns wie zum Beispiel Subtitles von SugarFX lassen sich allerdings Untertitel importieren und mit einem Klick über einen Film legen – das werden dann Filmexport natürlich offene, also eingebrannte Untertitel.

Liegen Untertitel einmal im SubRip-Format als *.srt-Datei vor, kann man damit einiges bewerkstelligen. Und wer sich die Arbeit und Mühe sparen möchte, Interviews und sonstiges für Untertitel abzutippen, es gibt einige Lösungen – teilweise sind die sehr schlau und bieten unter anderem auch die Option, direkt eine SRT-Datei auszuspucken an.

 

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